Historie

Unsere Geschichte

In der Ausgabe vom 2. April 1955 brachte die Ems-Zeitung folgenden Artikel.

Der Kraftfahrzeugmeister und Kaufmann Hans Bartels in Sögel konnte gestern das vierzigjährige Bestehen seines Geschäftes feiern. Der Jubilar hat in diesen vierzig Jahren trotz vieler Rückschläge mit Energie und Unternehmungsgeist sein Unternehmen aus kleinsten Anfängen heraus zu der heutigen Bedeutung gemacht. Hans Bartels erlernte von 1920 bis 1924 im elterlichen Betrieb in Haselünne das Maschinenschlosserhandwerk. Nach seiner Gesellenprüfung arbeitete er ein Jahr lang als Geselle in der Kraftwerkstatt des Mechanikermeisters Heinrich Sextro in Sögel. Am 1. April 1925 richtete er im Hause der Witwe Helene Steinbild in Sögel eine eigene Reparaturwerkstatt für Kraftfahrzeuge und Fahrräder ein. Ein Jahr darauf konnte er sein heutiges Geschäftshaus am Marktplatz erwerben, dessen angebautes Stallgebäude er als Werkstatt ausbaute. Gleichzeitig holte er auch seine Eltern und Geschwister mit nach Sögel, die nach Aufgabe ihres Betriebes in Haselünne in seinem Unternehmen mitarbeiteten.

1927 richtete er dann im Hauptgebäude seines Grundstückes ein Ladengeschäft für Eisenwaren, Haus-und Küchengeräte ein, das er in den folgenden Jahren planmäßig weiter ausbaute. Im Jahre 1929 legte im Anschluss an einen Lehrgang ab der Fachschule für  Kraftfahrzeuge in Bielefeld mit Erfolg seine Meisterprüfung im Kraftfahrzeughandwerk ab. Nachdem er im Jahre 1931 seine Fahrlehrerprüfung bestanden hatte, machte er 1932 seine eigene Fahrschule auf. Als er im Jahre 1937 sein Geschäftshaus vergrößert hatte, verstarb seine erste Frau nach der Geburt ihres fünften Kindes. Inzwischen hatte der Jubilar seinen Kraftfahrzeughandel durch seine Vertretung für Hannomag, Adler und DKW erfolgreich entwickeln können. Im Jahre 1939, kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges, erlitt er bei einem tragischen Unfall schwere Knochenbrüche an beiden Beinen.

Bei den furchtbaren Endkämpfen des Krieges in Sögel am 7. und 8. April 1945 wurde sein Geschäftshaus und die Werkstatt total zerstört, wobei das gesamte Mobiliar vernichtet wurde. Obwohl sein so mühsam aufgebautes Lebenswerk mit einem Schlage zusammen gebrochen war, machte er sich mit ungebrochener Kraft an die Arbeit für den Wiederaufbau seiner Existenz. So baute er zunächst seine Werkstatt wieder auf, um den Lebensunterhalt für seine große Familie zu sichern. Dann ging es an den Wiederaufbau seines Geschäftshauses, das er im Frühjahr 1948 neu einrichten konnte. In diesen schweren Jahren des Wiederaufbaus fand er an seiner zweiten Gattin, die ihm zu den fünf Kinder aus erster Ehe noch weitere fünf Kinder schenkte, eine liebevolle Stütze und tatkräftige Mitarbeiterin. Mit der Wiederbelebung seines Ladengeschäftes konnte er nach und nach seinen Autohandel wieder flott machen. Im Jahr 1955 wurde Hans Bartels Direkthändler der Hans Glas Automobile (Goggo). 1962 vergrößerte er seine Verkaufshalle und stattete diese mit einer Schaufensterfront aus. 1964 baute er eine großräumige Werkstatthalle. Nach der Inbetriebnahme erweiterte er seinen Fahrzeughandel auch auf den Vertrieb der Fiatautmobile.

Im Jahre 1955 übernahm die Firma Bartels die Werksvertretung vom Goggomobil. Das war die Zeit, in der viele Führerscheinbesitzer der Klasse 4 nur ein Auto mit bis 250 ccm fahren durften, so dass viele Verkehrsteilnehmer endlich ein Dach über den Kopf bekamen. Das war auch die Zeit für BMW.Isetta, Zündapp-Janus und Goggomobil. Der Fahrschulbetrieb wurde größer und es wurde ein zusätzlicher Fahrlehrer eingestellt. Der jetzige Inhaber des Betriebes, Sohn Günter, begann im Jahre 1960 im Jahre 1960 im elterlichen Betrieb die Lehre zum Kfz-Schlosser. Nach Ablegung der Gesselnprüfung und ständiger Weiterbildung, unter anderem auch bei Gas-Automobile in Dingolfing, heute BMW, machte er 1967 die Meisterprüfung und übernahm im gleichen Jahr den Betrieb von seinem Vater. Nachdem die Fahrzeugproduktion von Goggomobil eingestellt und das Werk in Dingolfing von BMW übernommen wurde, gab es für die Goggo- und Isettafahrer keinen Ersatz mehr. Durch seine Tätigkeiten in den Goggo-Werken hatte Günter Bartels noch gute Beziehungen dorthin und so kaufte er einen Teil der Produktion im Werk Dingolfingen auf. In seiner Werkstatt wurden die vorgefertigten Karosserieteile zusammengebaut und in den Handel gebracht. Diese Fahrzeuge fanden reißenden Absatz. Doch bald waren die vorgefertigten Teile nicht mehr zu bekommen, die Nachfrage war aber immer noch groß. Für die Führerscheinbesitzer der alten Klasse 4 baute Günter Bartels schon bald Goggomotoren in einen Fiat 500 ein. Im Jahre 1971 wurde der erste Fiat 500 mit 250er Goggomotor vom Tüv abgenommen und bekam die erforderliche Bauartgenehmigung. 1969 wurde die Fiatvertretung übernommen und somit diente der Fiat 500 als Grundlage für die Umbauten. Die Nachfrage war so groß, dass diese Fahrzeuge in 2 Schichten umgebaut und über die Fiat Händler in ganz Deutschland verkauft wurden. Wöchentlich wurden ca. 10 Fahrzeuge umgebaut.

Im Jahre 1975 ersteigerte man den jetzigen Betrieb an der Sigiltrastraße und feierte das 50jährige Bestehen. 1978 wurden eine neue moderne Ausstellungshalle und die freie Tankstelle erstellt. 1980 übernahm man die Werksvertretung von Mitsubishi. 1987 entstand eine neue Waschanlage und der Ausstellungsplatz wurde erweiter. 1990 wurde Bartels Fiat Haupthändler. 1997 Neubau der Verwaltung, Modernisierung der Werkstatt, Neubau Karosseriewerkstatt mit eigener Lackiererei. 2004 wurde aufgrund der neuen Umweltauflage die alte Tankstelle ersetzt, ebenso wurde in Zusammenarbeit mit der EWE eine Erdgastankstelle errichtet. Außerdem hat sich der Betrieb auf den Einbau von Gasanlagen in Automobile spezialisiert. Das Autohaus Bartels beschäftigt heute 30 Mitarbeiter.

Günter Bartels ist auch ehrenamtlich in mehreren Ehrenämtern tätig, z.B. als Obermeister der Kfz-Innung Aschendorf-Hümmling, aber auch im Vorstand der Handwerkskammer Osnabrück ist seine Meinung gefragt.

Wir wünschen dem Autohaus Bartels, aber ganz besonders auch den Besitzen und Inhabern, für die Zukunft alles Gute, eine gute Gesundheit und weiterhin viel Erfolg.